ITP

Andreas Mielke
Institut für Theoretische Physik
Ruprecht-Karls Universität
Philosophenweg 12
D-69120 Heidelberg
Germany
Tel.: ++49 6221 549431 (Sekretariat)
Fax: ++49 6221 549331
e-mail: mielke@tphys.uni-heidelberg.de

Arbeitsgebiete

Korrelierte Fermionen und Bosonen, Hubbardmodell, flache Bänder

Ferromagnetismus ist eine der am längsten untersuchten Eigenschaften des Hubbardmodell. Man kann nur für sehr wenige Fälle exakte Resultate herleiten. Eine große Klasse von Modellen, die Ferromagnetismus zeigen, sind Modelle mit mehreren Bändern, von denen eines dispersionslos ist. Diesen sogenannten flat band Ferromagnetismus haben wir seit 1991 ausführlich untersucht.

In den letzten Jahren konnten diese Resultate auf Modelle mit einem teilweise flachen Band verallgemeinert werden. Dies eröffnet einen möglichen Weg zu metallischem Ferromagnetismus im Hubbardmodell.

Wechselwirkende Bosonen in Strukturen mit flachen Bändern zeigen eine Reihe von interessanten Phänomenen, u.a. die Bildung eines Wignerkristalls und Paarbildung.

Flußgleichungen für Hamiltonoperatoren

Bei sehr vielen Problemen ist es günstig, einen gegebenen Hamiltonoperator nicht in einem Schritt (approximativ) zu diagonalisieren, sondern die Diagonalisierung schrittweise durchzuführen. Im Grenzfall infinitesimaler Schritte erhält man kontinuierliche unitäre Transformationen, die sich als Flußgleichungen für Hamiltonoperatoren schreiben lassen. Mit Hilfe von Flußgleichungen lassen sich Hamiltonoperatoren nicht-störungstheoretisch renormieren oder diagonalisieren. Diese Methode eignet sich u.a. zur Behandlung von Systemen mit mehreren charakteristischen Energieskalen oder mit starken Wechselwirkungen. Sie wurde zuerst von Franz Wegner vor mehr als 30 Jahren in der Festkörperphysik und unabhängig von Kenneth G. Wilson in der Quantenchromodynamik eingeführt. Wir arbeiten in Heidelberg seit 1993 mit dieser Methode. Zu den Problemen, die wir mit diesem Verfahren erfolgreich untersucht habe, gehören

  • Dissipative Quantensysteme.
  • Elektron–Phonon Kopplung, Supraleitung.
  • Quantenmechanik klassisch chaotischer Systeme.

Eines unserer Interessen für die Zukunft ist, mit Hilfe dieses Renormierungsverfahrens Modelle korrelierter Elektronensysteme zu untersuchen. Es ist für diese Modelle besonders gut geeignet, da es die Renormierung des Hamiltonoperators selbst erlaubt und deshalb Eigenschaften gebundener oder korrelierter Zustände sehr gut studiert werden können.

Rauschinduzierte Phänomene

Die Wechselwirkung eines klassischen Systems mit seiner Umgebung läßt sich in vielen Fällen durch eine Zufallskraft beschreiben. Modelle, in denen neben Zufallskräften noch weitere stochastische oder zeitlich periodische Kräfte wirken, zeigen verschiedene, interessante Phänomene. Beispiele sind stochastische Resonanz (bei periodisch getriebenen Systemen), rauschinduzierter Transport und rauschinduzierte Stabilität. Zu den beiden letztgenannten Bereichen haben wir einige interessante Resultate erhalten. In vielen Fällen sind die untersuchten Modelle durch biologische Systeme motiviert, zum Beispiel durch Motorproteine oder durch Rezeptoren an Zelloberflächen.

Lehre

Bachelor- und Masterarbeiten

In folgenden Bereichen vergebe ich Bachelor- und Masterarbeiten:

  • Hubbardmodell, starke Korrelationen

    Aktuelle Fragestellungen betreffen vor allem das Hubbardmodell mit flachen Bändern, auch topologisch flache Bänder. Voraussetzungen: Spezialvorlesung zu dem Thema, alternativ Vorlesung zu theoretischer Festkörperphysik, Interesse an eher mathematisch orientiertem Arbeiten.

  • Stochastische Systeme

    Eine interessante Fragestellung, die für eine Bachelor- oder Masterarbeit in diesem Bereich in Frage kommt, betrifft die Beschreibung eines speziellen Systems mit Hilfe unterschiedlicher Modelle und die Frage, wie für diesen Fall die verschiedenen Modelle aufeinander abgebildet werden können oder in welchen Bereichen sie anwendbar sind. Voraussetzungen: Statistische Physik, Interesse an stochastischen Systemen, Bereitschaft zu numerischer Arbeit sollte vorhanden sein.

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2026

Seminar: Quantenmechanik

Ort und Datum Dienstag, 9-11, Philosophenweg 12, kHS Behandelt werden fortgeschrittene Themen aus der Quantenmechanik, u.a.:

  • Periodisch getriebene Systeme
  • Quantenchaos
  • Ungeordnete Systeme
  • Dissipative Systeme
  • Quanten Computing

Alle Details, Themen, Termine, Anforderungen finden Sie hier und auch im Übungsgruppensystem.

Scripte

Advanced Condensed Matter Theory

Diese Vorlesung habe ich relativ oft gehalten, zuletzt im Sommersemester 2023. Dazu gibt es ein Script auf Englisch und ein weniger gut gepflegtes, älteres Script auf Deutsch.

SAP für Physiker

Die Vorlesung SAP für Physiker habe ich zuletzt im Sommersemester 2012 gehalten. Das Script entspricht nicht mehr ganz dem heutigen Stand, insbesondere werden S/4 und die HANA Datenbank nicht behandelt.

Dissipative Quantensysteme

Das Script der Vorlesung ist etwas älter. Der Fokus liegt auf der Behandlung von dissipativen Quantensystemen mit Hilfe von Hamiltonschen Flussgleichungen.

Strukturbildung: Phänomene und Modelle

Das Script der Vorlesung stammt aus dem Wintersemester 2007/08.

Flußgleichungen für Hamiltonoperatoren

1996, also nur wenige Jahre nach der Entwicklung dieser Methode durch Franz Wegner und Ken Wilson habe ich diese Vorlesung gehalten. Das Script stellt den damaligen Stand der Dinge dar und versucht zudem, die beiden sehr ähnlichen Zugänge gegenüberzustellen.

Miniscripte

Während der Betreuung des Gruppenunterichts für die Grundvorlesungen sind eine Reihe von Miniscripten entstanden: